14. Februar 2018

Datenschutz und Messenger-Apps Teil 2

Teil 2: Teamwire versus WeChat

Letzte Woche haben wir Ihnen bereits vier von neun Apps aus unserem Messenger-Test vorgestellt. Erfreulicherweise konnten sowohl der Business-Messenger, als auch der private Messenger von SIMSme durchweg positive Testergebnisse erzielen. Beide Apps erfüllen schon heute die Kriterien der neuen EU-DSGVO. WhatsApp konnte in beiden Ausführungen nicht überzeugen, weil eine rechtskonforme Verwendung praktisch ausgeschlossen ist. Die genauen Ergebnisse unseres letzten Tests finden Sie hier.
Heute testen wir für Sie den Business-Messenger von „Teamwire“ und den populären Messenger „WeChat“ aus China. Wir haben zusammengefasst, was beim Verwenden der App mit Ihren Daten passiert und inwiefern sich die Messenger in die Unternehmenskommunikation integrieren lassen.

Appvise_Messenger_Apps

Teamwire (Android und iOS)
Die Messenger-App „Teamwire“ wird ausschließlich auf deutschen Servern betrieben und achtet dabei auf eine vollständige Verschlüsselung bei Datenspeicherung. Positiv ist uns aufgefallen, dass Teamwire Nutzerdaten weitreichend anonymisiert und eine „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ verwendet. Unsere Testergebnisse haben außerdem ergeben, dass die Messaging-App sowohl den Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes, als auch den Ansprüchen der neuen EU-DSGVO entspricht. Neben der intuitiven Bedienung, die vor allem auf sinnvoll strukturierten Anwendungsbereichen beruht, kann die App auch durch eine zusätzliche Codesperre punkten. Benutzer können die Öffnung der App durch die Eingabe einer sechsstelligen Nummer regulieren und damit zusätzlich vor Fremdzugriffen schützen. Ein weiterer Pluspunkt: Teamwire verzichtet auf die Speicherung des Adressbuches. Nach der erfolgreichen und darüber hinaus anonymisierten Verbindung zweier Kontaktdaten, werden diese umgehend von den Servern gelöscht. Auch Teamwire erhält unser Trusted App-Siegel und kann ohne Bedenken in Unternehmen eingesetzt werden.

WeChat (Android und iOS)
Entwickelt wurde die Messenger-App „WeChat“ von Chinas größtem Internetkonzern „Tencent“. Mit einem Börsenwert von über 540 Milliarden Dollar überragt der chinesische Konzern sogar den US-Giganten Facebook. Auch außerhalb von China konnte die App mehr als 100 Millionen Nutzer für sich gewinnen. Doch wie genau wird auf Datenschutz und Datensicherheit geachtet? Die Messenger-App entwickelt sich insbesondere für Chinesen zu einem Allzweck-Tool: Nachrichten austauschen, Termine vereinbare, Bestellungen und Überweisungen tätigen. Außerdem die Koordination und Pflege geschäftlicher Beziehungen. Doch wie kann Privates mit Geschäftlichem zusammenpassen? Wir haben zunächst einen Blick auf die Nutzungsbedingungen der App geworfen. Besonders fragwürdig: Seit September müssen Nutzer der Bedingung zustimmen, dass Tencent die Nutzerdaten nicht nur aufbewahren, sondern auch an Behörden weitergeben darf. Darüber hinaus unterliegt der kommunikative Austausch einer Zensur, die Kritik gegenüber der Regierung Chinas unterbindet. Die Nachrichten werden zwar verschlüsselt übertragen, allerdings nur zwischen den WeChat Servern und dem Endnutzer. Eine „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ gibt es nicht. Wir raten von einem Download ab und empfehlen die Verwendung einer sicheren Alternative.

Unser Appvise:

Der Messenger von Teamwire konnte in unserem Test Punkte sammeln. Neben der Einhaltung relevanter Datenschutzrichtlinien, einer intuitiven Handhabung und standardisierter Sicherheitsmaßnahmen, gibt dieser Messenger Benutzern die Möglichkeit auch noch zusätzliche Maßnahmen zur verbesserten Datensicherheit zu ergreifen. Die chinesische Erfolgs-App „WeChat“ konnte uns nicht überzeugen. Positiv können wir lediglich den Umstand bewerten, dass die Betreiber in ihren Nutzungsbedingungen offen kommunizieren, dass Daten bei Nachfrage bspw. Behörden frei zugänglich gemacht werden. Wir bewerten die Vorgehensweise des App-Anbieters kritisch und raten im Umgang mit sensiblen Daten von einer Benutzung ab.

ACHTUNG: Wir raten grundsätzlich von einer Benutzung des Messengers WeChat ab und warnen ausdrücklich vor einer Benutzung im Berufsumfeld. Es ist nicht auszuschließen, dass Daten dabei unkontrolliert abfließen und Datenschutzrichtlinien verletzt werden.



Erfahren Sie mehr über die Testergebnisse!
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