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Die besten WhatsApp-Alternativen im Überblick

14 Jan, 2021

WhatsApp Datenschutz erneut in der Kritik

Zum Stichtag 08. Februar 2021 aktualisiert Facebook bei WhatsApp seine Datenschutzerklärung, was zu großer Verunsicherung und Kritik der NutzerInnen und nicht zuletzt zu einer Massenabwanderung zu alternativen Messengern wie Signal, Telegram oder Threema geführt hat. Denn ohne Zustimmung der neuen Erklärung ist die Nutzung der App über den Stichtag hinaus nicht möglich. Der Hauptkritikpunkt ist, dass sich WhatsApp ab sofort den Austausch empfindlicher Daten mit Facebook, insbesondere zu Werbezwecken, erlaubt. Zu den betroffenen Daten zählen Telefonnummern, Transaktionsdaten, IP-Adressen oder allgemeine Informationen darüber, wie der Nutzer mit anderen (einschließlich Unternehmen) interagiert. WhatsApp begründet diesen Einschnitt offiziell mit der Bekämpfung von Spam und Missbrauch. Einige weitere Änderungen in der neuen Datenschutzerklärung sind z.B. Push-Mitteilungen über Neuerungen und diverse Anpassungen für Geschäftskunden. Verwirrenderweise gibt es für EU-Bürger eine gesonderte Version der neuen Datenschutzerklärung, da die EU-Kommission den Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook bisher untersagt. Dennoch haben wir schon in vergangenen Veröffentlichungen auf den bereits aktiven Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook sowie weitere EUDGSVO-Verstöße von WhatsApp hingewiesen. Welche Messenger-App ist nun also die beste WhatsApp-Alternative?

Die WhatsApp-Alternativen im Überblick

Signal

  • Unternehmen ist eine gemeinnützige Stiftung
  • Quellcode der App ist Open Source, damit auditierbar und vertrauenswürdig
  • Betreiber hat keinerlei Zugriff auf Nutzer-Daten
  • Gute Verschlüsselung (alle-Chats, Telefonate und seit neuestem auch die Gruppen-Videocalls sind Ende-zu-Ende verschlüsselt)
  • Zugriff auf das Kontaktbuch nicht zwingend notwendig
  • Es kann eingestellt werden, dass Nachrichten automatisch verschwinden
  • Kostenlos und werbefrei
  • Zwang zur Telefonnummernnutzung sehen Datenschützer z.T. kritisch

Threema

  • Transparente und verständliche Datenschutzerklärung
  • Seit diesem Jahr ebenfalls Open Source
  • Businessversion des Messengers verfügbar
  • Nutzung auch voll anonym, also ohne Angabe von personenbezogenen Daten, möglich
  • E-Mail oder Telefonnummer können optional angegeben werden und werden gehasht und nur temporär gespeichert
  • Keine Unterstützung von verschwindenden Nachrichten
  • Kostenpflichtig (Android: 3.99 Euro; iOS: 3.99 Euro)

Telegram

  • die App ist ebenfalls Open Source
  • Ende-zu-Ende verschlüsselte Chats werden nicht auf Server gespeichert
  • kostenlos
  • Bei Inaktivität von sechs Monaten löschen sich Nutzerdaten automatisch
  • Chats sind nicht automatisch Ende-zu-Ende verschlüsselt: Teilnehmer des Chats müssen die Einstellung umständlich pro Chat aktivieren („Secret-Chats“) und die Verschlüsselung ist nicht für Gruppen-Chats verfügbar
  • Bei Nutzung der Adressbuch-Synchronisation werden Vor- und Nachname sowie Telefonnummern von Kontakten gespeichert
  • Nachrichten werden auf den Servern von Telegram gespeichert
  • Keine deutsche Datenschutzerklärung
  • Erhöhtes Risiko des Datenverlusts, falls die Daten unverschlüsselt auf den Servern von Telegram lagern
  • Verschwinden von Nachrichten kann nur in Secret-Chats in unterschiedlichen Zeitstufen aktiviert werden

Fazit: WhatsApp-Alternativen sind ernstzunehmend

Unsere empfohlenen WhatsApp-Alternativen lauten (in absteigender Reihenfolge) Signal, Threema und Telegram. Alle drei sind Open Source und somit transparent in ihrer Entwicklung und der Verarbeitung von Daten. Bei allen drei Apps verwenden automatisch eine effektive Ende-zu-Ende Verschlüsselung, bei Telegram müssen NutzerInnen sie jedoch leider umständlich bei jedem Chat einzeln aktivieren. Dies wurde in der Vergangenheit auch technisch kritisiert. Wer für private Unterhaltungen einen Messenger sucht, ist mit Signal am besten beraten. Für Unternehmen lohnt sich der Blick auf Threema Work. Hier werden unter anderem eine garantierte Verfügbarkeit und Tools zur Administration geboten. Das Hauptargument für WhatsApp war bisher die weite Verbreitung. Durch die jüngsten Ereignisse und Verunsicherung der NutzerInnen konnten die Konkurrenten zuletzt signifikant an Boden gutmachen und werden damit auch in der breiten Masse zu ernsthaften Alternativen.

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