18. September 2017

Die Top 10 der gängigsten Internetsicherheitsmythen im Wahrheitscheck

18. September 2017

Die Wahrheit über Sicherheit im Internet

 

„Mir wird das nicht passieren, ich bin ja kein Prominenter“ oder „Ich würde das ja mitbekommen, wenn ich infiziert werde“ sind nur zwei der Internetsicherheitsmythen, die sich im Laufe der Zeit in den Einstellungen unserer Gesellschaft verankert haben. Viele glauben, dass Kriminalität und Angriffe im World Wide Web zwar anderen Personen, aber wohl kaum einem selbst passieren werden. Dass diese Überzeugungen gefährlich und vor allem auch teuer werden können, zeigen jüngste Ereignisse wie beispielsweise die Hackerattacke WannaCry. Um solchen Szenarien aus dem Weg zu gehen, ist es wichtig, die Mythen um die Internetsicherheit aufzudecken und damit ein Bewusstsein für die eigene Datensicherheit zu schaffen.

Für Euch haben wir die Top 10 der gängigsten Internetsicherheitsmythen zusammengefasst:

  1. Mir wird das nicht passieren – es stehen nur wichtige und reiche Personen im Visier.
    Leider ein Irrglaube – 2016 war fast jeder zweite Nutzer in Deutschland Opfer von Internetkriminalität. Etwa 45% der Betroffenen haben darüber hinaus einen finanziellen Schaden erlitten. Auch mobile Geräte stehen zunehmend im Fokus – etwa ein Viertel der Nutzer meldeten 2016 einen Sicherheitsvorfall mit ihrem Smartphone.
  2. Ein installiertes Sicherheitsprogramm schützt mich vor allen Gefahren.
    Ein Sicherheitsprogramm trägt zur Sicherheit des eigenen Geräts bei, kann jedoch nie ein System vollständig absichern. Aus diesem Grund muss das Nutzerbewusstsein dahingehend erweitert werden, dass insbesondere ein sorgfältiger Umgang mit sensiblen Daten einen erheblichen Teil der Gesamtsicherheit ausmacht.
  3. Ich brauche keine Sicherheitssoftware, auf die Tricks der Hacker falle ich nicht rein.
    Gesunder Menschenverstand reicht nicht aus, um eine Sicherheitssoftware zu ersetzen. Auch wenn ein geübter Internetnutzer bereits wissen sollte, dass Spam-Mails nicht geöffnet und Pop-Up-Werbung geblockt werden sollten, so reicht dies nicht aus, um sich vor schädlichen Angriffen zu schützen. Auch seriöse Seiten können von Malware befallen werden und darüber ein ganzes System infizieren.
    Darüber hinaus passieren Daten- oder Identitätsdiebstähle, beispielsweise über Phishing-Angriffe, in den meisten Fällen unbemerkt. Erst dann über Sicherheitssoftware nachzudenken, wenn das Konto bereits geplündert ist oder Firmengeheimnisse veröffentlicht wurden, ist zu spät.
  4. Internetsicherheit ist teuer.
    Es lohnt sich definitiv in Sicherheitssoftware zu investieren. Prophylaktische Maßnahmen sind im Vergleich zu Regenerationsmaßnahmen kostengünstig. Sich von einem Zwischenfall zu erholen kann, je nach Schweregrad des Angriffs, zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden.
  5. Ich habe ein sicheres Passwort, deshalb kann mir nichts passieren.
    Sichere Passwörter sind lang und bestehen aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern und Sonderzeichen. Wichtig hierbei ist, nie ein identisches Passwort bei verschieden Diensten zu nutzen. Sollte Dein Passwort bekannt werden, was durchaus vorkommen kann, könnte sich der Hacker Zugriff auf weitere Plattformen verschaffen und unter Umständen einen großen Schaden anrichten. Wir raten außerdem dazu, alle Passwörter regelmäßig zu ändern. Das alles macht es natürlich schwer, den Überblick zu behalten. Die Passwörter aufzuschreiben, ob auf Papier oder digital, ist aber auch nicht sicher. Empfehlenswert ist der Einsatz eines verschlüsselten Passwort-Verwaltungsprogramms.
  6. Ich habe eine Firewall, also muss ich mir keine Sorgen machen.
    Eine gut eingerichtete Firewall kann Schutz vor externen Zugriffen oder dem Aufrufen von bekannten bösartigen Webseiten bieten. Vor Viren oder Trojanern schützt sie jedoch nicht ausreichend. Auch Phishing-Angriffe, also das Abgreifen persönlicher Daten über gefälschte Webseiten oder E-Mails, können Firewalls nicht unterbinden.
  7. Ich lade ausschließlich Dateien aus vertrauenswürdigen Quellen herunter. Dadurch bin ich geschützt.
    Online-Gefahren können immer auftreten – auch bei der Nutzung vermeintlich seriöser Quellen. Nicht alle „unsicheren“ Webseiten sind sofort auffällig, einige bestehen über Jahre hinweg, ohne dass Gefahren publik werden. Auch große Download-Plattformen, wie der Google Play Store, sind nicht vor Malware sicher. Es gibt regelmäßig Virenfunde in weit verbreiteter Software.
  8. Meine sozialen Netzwerke sind sicher.
    Soziale Netzwerke bilden das optimale Terrain für Kriminelle. Benutzer sozialer Netzwerke geben häufig zahlreiche Informationen öffentlich preis, ohne zu hinterfragen, inwiefern diese Daten missbräuchlich weiterverarbeitet werden könnten. Außerdem gilt auch hier, dass z.B. Verlinkungen auf gefährliche Seiten führen können.
  9. Auf meinem Smartphone bin ich vor Angriffen sicher.
    Die Nutzung mobiler Endgeräte entwickelt sich rasant weiter. Das bietet Betrügern Zugang zu immer mehr sensiblen Daten. Entsprechende Schadsoftware ist so entwickelt, dass selbst der Zugriff auf hochsensible Bankkonten möglich ist. Die Infektion erfolgt über das Herunterladen schädlicher Dateien oder über die Installation von infizierten Apps.
  10. Falls ich infiziert werde, würde ich das ja sicher mitbekommen.
    Diese Aussage stimmt nicht mehr. Heutige Malware kann sich unbemerkt auf dem Gerät befinden, ohne von einem Virenscanner entdeckt zu werden. So hat das Schadprogramm genügend Zeit, nützliche Informationen abzugreifen und erheblichen Schaden anzurichten.

Fazit:
Internetsicherheit betrifft jeden. Es kann schwerwiegende Konsequenzen haben, wenn die Relevanz von Sicherheitsmaßnahmen unterschätzt wird. Kriminelle haben heute sowohl stationäre, als auch mobile Geräte im Fokus. Aus diesem Grund ist es ratsam, sowohl Computer, als auch Smartphones und Tablets mit geeigneter Sicherheitssoftware zu schützen. Im Idealfall besteht der Schutz vor Cyberangriffen aus mehreren Komponenten, die eng verzahnt einen widerstandsfähigen Schutzwall ergeben. Auch die Wichtigkeit von Internetsicherheit und Datenschutz muss jedem einzelnen Nutzer bewusst sein. Unbedachtes Handeln kann jede Sicherheitssoftware aushebeln und großen Schaden anrichten.

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